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Kleiner Schnitt mit großer Wirkung - die Kastration der weiblichen Katze

Viele Katzenbesitzer lassen diese Operation an ihrer Katze durchführen, aber leider lehnen noch allzu viele diesen Eingriff ab und sind damit oft mit Schuld an dem Elend unserer Katzen und den übervollen Tierheimen.

In der Praxis wird man häufig mit Horrorgeschichten zu diesem Thema konfrontiert, von Narkosezwischenfällen, von riesengroß aufgeschnittenen Tieren und einem langen postoperativen Leidensweg ist da zu hören!

Ich möchte Ihnen mit dieser Bildgeschichte einen kleinen Einblick in eine Operation geben, die üblicherweise nicht länger als 15 Minuten dauert.

Anatomisch besitzt die Katze eine zweihörnige Gebärmutter, die ähnlich einem Y ist; an den oberen Enden sitzen die beiden Eierstöcke, das untere Ende weist in Richtung Katzenscheide, der Durchmesser variiert von 3 bis 7 Millimetern.

Schritt 1 Schritt 2 Schritt 3 Abb. 1

Schritt 1: Vorbereitung des Operationsfeldes bei dem bereits in Narkose liegenden Tier. Großzügiges Ausrasieren lässt eine korrekte Desinfektion des Hautgebietes zu.

Schritt 2: Die Operationsstelle wird mit einem sterilen Tuch abgedeckt. Danach wird ein ca. 2 cm langer Schnitt etwas hinter dem Nabel angelegt. Nach durchtrennen der Haut, des Unterhautfettgewebes und der Bauchdecke holt der Chirurg mittels eines speziellen Hakens beide Gebärmutterhornspitzen und die dazugehörenden Eierstöcke aus dem Bauchraum hervor.Hier sieht man das Häckchen mit einem Uterushorn, die zweite Seite ist bereits mit einem speziellen Instrument fixiert. Anschließend werden die Hornspitzen und die Blutgefäß führenden Eierstocksbänder mit einem Nahtmaterial unterbunden und danach entfernt.

Schritt 3: Es folgt eine Naht der Muskulatur der Bauchwand, ein Verschluss des Unterhautfettgewebes und der Haut. Damit ist dieser Eingriff auch schon wieder beendet.
Nur diese kleine Naht ist am Ende der Kastration am Bauch zu sehen!

Im Bild Abb.1 sieht man die entnommenen Organe!

Schon wenige Minuten nach der Operation beginnt die Aufwachphase der Katze, die je nach eingesetzter Medikation unterschiedlich lange dauern kann.

Erfahrungsgemäß erholen sich die Tiere sehr rasch, schon nach ein bis zwei Tagen benehmen sie sich wieder in der gewohnten Art, wobei man ähnliche Unterschiede im Schmerzempfinden, wie es auch der Mensch zeigt, bemerken kann. Der operierende Tierarzt berät Sie gerne eingehend über den Ablauf dieses Eingriffes, seine eigene Art der Narkose und Operationsführung und den Ablauf der Genesung. Bedenkt man, dass eine gesunde Katze bis zu 3 Würfe zu je 4 - 6 Jungen zur Welt bringen kann, für die man als Besitzer der Katzenmutter die Verpflichtung übernimmt auch gute Plätzezu finden, so erspart dieser kleine Eingriff unserer Katzenpopulation einiges.